Diätpillen
Untersuchungen haben ergeben, dass über ein Drittel aller Deutschen an Übergewicht leidet. Damit ist das tatsächliche, medizinische Übergewicht gemeint. Denn auch viele Menschen, deren Gewicht sich noch im völlig normalen, gesunden Bereich bewegt, empfinden sich selbst als zu dick und möchten gerne abnehmen. Am sinnvollsten erreicht man dies im allgemeinen über eine gesunde, ausgewogene Reduzierung und die vernünftige Reduktion der zu viel konsumierten Kalorien. Doch das erfordert ein gewisses Maß an Charakterstärke, große Konsequenz und den freien Zugang zu den geeigneten Lebensmitteln zur rechten Zeit. Drei Faktoren, die sich nicht in jeden Alltag gleich gut integrieren lassen, deshalb scheitern viele Diäten in der Praxis bereits in den Anfängen. Da ist es schon einfacher, die Abnehmbemühungen mit Pillen zu unterstützen.
Diätpillen zum Abnehmen
Die Einnahme von Diätpillen ist medizinisch umstritten, kann aber ohne das Auslösen von Gesundheitsschäden funktionieren, wenn das Präparat entsprechend medizinisch getestet und zugelassen ist, und die Anwendung konsequent betrieben und nicht übertrieben wird. Diätpillen funktionieren auf unterschiedliche Art und Weise und bedienen sich der unterschiedlichsten Ansätze zum Abnehmen. Die häufigsten Varianten möchten wir Ihnen hier vorstellen.
Diätpillen, die als Quellmittel funktionieren
Befragt man Menschen, warum ihre Diätversuche scheitern, so geben sie meist das starke Hungergefühl und die Esslust als Grund an. Quellmittel sollen diese Empfindungen eindämmen. Sie sind in Form von Kapseln oder Pulvern und zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu erhalten. Die eingenommenen Präparate quellen im Magen zusammen mit Flüssigkeit auf und sorgen so für ein angenehmes Sättigungsgefühl. Die Gefahr der Dehydrierung ist gegeben: Wird bei der Einnahme zu wenig getrunken, entzieht der Verdauungstrakt dem Körper das benötigte Wasser, was zu einem Ungleichgewicht im körpereigenen Mineralstoffhaushalt führt. Auch Verstopfungen und Verdauungsbeschwerden sind typische Nebenwirkungen von Quellmitteln, die mit erhöhter Flüssigkeitsaufnahme bekämpft werden können. Trinken Sie also viel, aber bitte nur Wasser oder Tees, keine kalorienhaltigen Getränke! Wer Quellmittel überdosiert, der riskiert Völlegefühl und Magendruck. Der Magen gewöhnt sich an die größere Ausdehnung und signalisiert um so früher wieder ein Hungergefühl. Die richtige Dosierung ist bei Quellmitteln also sehr wichtig. Die Inhaltsstoffe guter und gesunder Quellmittel sind Zellulose, Ballaststoffe, Kollagen und Natriumalginat. Sie werden etwa eine Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen und quellen bis zur Mahlzeit entsprechend auf, so dass man schnell satt wird. Da man so weniger Nahrungsmittel zu sich nimmt und kleinere Mengen isst, hat man auch eine Menge Kalorien gespart. Das bringt Fettpolster schnell zum Schmelzen. Quellmittel können eine Gewichtsreduktion also durchaus fördern. Sie sollten jedoch nicht als Einzelmaßnahme gesehen werden, sondern mit einer Ernährungsumstellung einher gehen. Dabei sollte der Abnehmwillige seine Ernährung auf weniger Fett und Kalorien umstellen. Bewegung sollte bei der Diät auch eine Rolle spielen, ein regelmäßiges Sportprogramm kann individuell entsprechend der jeweiligen Möglichkeiten erstellt werden.
Diätpillen mit Fettkiller Funktion
Die meisten Lebensmittel, die so richtig dick machen, enthalten sehr viel Fett. Leider sind genau dies aber auch häufig die beliebtesten Lebensmittel, denn in vielen Fällen dient das Fett als Geschmacksverstärker und sorgt für das ganz besondere Genuss Erlebnis. Manche Fette, wie zum Beispiel Butter und Öl sind offensichtlich und für den Laien erkennbar. Doch in vielen Lebensmitteln verstecken sich die Fette und Öle auch, und sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Wer abnehmen möchte, der kann sich also Informationen zum Fettgehalt von Lebensmitteln besorgen und versuchen, diese Lebensmittel in seiner Ernährung etwas zu reduzieren. Dabei ist es nicht notwendig, komplett auf Fette zu verzichten, denn Fette sind andererseits ebenso notwendig für eine ausgewogene Ernährung wie Ballaststoffe, Vitamine und Kohlenhydrate. Doch fettem Fleisch, Sahne und Käse kann man auch mit Diätpillen entgegenwirken. Diese “Fettkiller” machen das in den Lebensmitteln enthaltene Fett unschädlich, so dass sie weiterhin konsumiert werden können. Das Fett wird chemisch so gebunden, dass es vom Körper nicht verdaut werden kann, und in dieser Form ausgeschieden. Im freien Handel sind viele Fettkiller erhältlich, die wahre Wunder versprechen. Tests haben allerdings ergeben, dass die meisten dieser Produkte wirkungslos sind. Eines der wenigen zugelassenen Medikamente ist Xenical. Es ist verschreibungspflichtig und wird nur für die Therapie von stark übergewichtigen Personen und unter ärztlicher Aufsicht angewendet. Die Nebenwirkungen von Xenical sind immens und können zu Gesundheitsrisiken führen. In der Regel wird es nur bei krankheitsbedingter Fettleibigkeit verordnet. Dabei geht es darum, die Patienten von einer ersten Menge von Übergewicht zu befreien, die akut ihre lebenswichtigen Funktionen bedroht. Nebenbei und langfristig müssen auch diese Menschen lernen, ihr Essverhalten auf ein gesundes Niveau umzustellen und ihre Diät mit Bewegung zu unterstützen. Wenn Sie jedoch zu dem Personenkreis mit nur minimalem und vielleicht subjektiv empfundenen Übergewicht gehören, dann sollten Sie sich beim Kauf von Fettkillern vorher sehr gut über die Funktionsweise des speziellen Präparats informieren, um keine Placebos einzukaufen.
Diätpillen, die als Appetitzügler fungieren
Nicht immer ist es tatsächlich Hunger, der uns an den Kühlschrank treibt. Häufig ist es auch die pure Lust aufs Essen, die uns zwischen den Mahlzeiten zu verlockenden, aber leider häufig kalorienhaltigen Leckereien greifen lässt. Dieser Heißhunger ist jedoch etwas ganz Normales und führt nicht zwangsweise zu Übergewicht. Auch normalgewichtige Menschen kennen ihn, haben aber gelernt, richtig mit ihm umzugehen. Statt der ganzen Schokoladentafel genügt ihnen ein kleines Stück. Nur wer regelmäßig seinen Fressattacken erliegt und alles wahllos und in großen Mengen konsumiert, wird schnell ein massives Gewichtsproblem entwickeln. Für dieses Problem wurden die so genannten Appetitzügler erfunden. Sie werden in Form von Pillen eingenommen. Die Wirkstoffe steuern nicht den Magen, sondern sorgen direkt im Gehirn dafür, dass das Kommando “Fressattacke jetzt” ausgesetzt wird. Doch häufig wirken sie nicht nur im Appetitzentrum des Gehirns, sondern lassen als Nebenwirkung auch noch Glückschormone ausschütten, die aufputschend wirken. Diese Wirkstoffe werden auch in der Depressionstherapie eingesetzt. Sie steigern die Aktivität und damit den Energieverbrauch, kurbeln also die Fettverbrennung zusätzlich an. Leider sind auch hier die Nebenwirkungen sehr stark: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzrasen und ein erhöhter Blutdruck treten sehr häufig auf, weshalb diese Medikamente auch nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden sollten. Auch die Gefahr der Abhängigkeit von diesen Medikamenten ist groß, da sie das Wohlbefinden steigern. Gleichzeitig findet ein Gewöhnungseffekt statt, so dass die Dosis immer wieder erhöht werden muss, um ein Resultat zu erzielen. So geraten die Körperfunktionen mehr und mehr aus dem Gleichgewicht. Solche Appetitzügler eignen sich also nur für Menschen mit sehr starkem Übergewicht, denen sie unter ärztlicher Aufsicht einen Einstieg in eine Diät ermöglichen. Für Menschen mit subjektivem Übergewicht, die nur wenige Kilos reduzieren möchten, sind sie nicht geeignet.
Fazit: Sollte man überhaupt Diätpillen einnehmen?
Es liegt auf der Hand: Besser wäre es, ohne Diätpillen auszukommen. Sie sind keine Wundermittel, und haben vor allem keine nachhaltige Wirkung. Wer schlank sein möchte, der sollte schon selbst etwas dafür tun, und nicht nur Pillen einnehmen, um weiter ungehindert sündigen zu können. Die Nebenwirkungen sind zu hoch, die Gefahren zu groß und müssen häufig teuer mit Gesundheitsschäden bezahlt werden. Die Einnahme von Diätpillen ist zudem keine Dauerlösung. Wer sie wieder absetzt, da er sein Wunschgewicht erreicht hat, seine Ernährungsgewohnheiten aber nicht nachhaltig umstellt, der wird bald mit dem leidigen Jojo-Effekt zu kämpfen haben und alles beginnt von vorne. Wie diverse Studien beweisen, sind Diätpillen also mehr als unterstützende Maßnahme einer Diät zu sehen und vor allem bei sehr stark übergewichtigen Personen sinnvoll, die einen Einstieg in die Diät dringend benötigen. Viele Menschen werden nämlich durch starkes Übergewicht auch so schwer krank, dass sie Operationen, Therapien und Rehamaßnahmen benötigen, die aber bedingt durch das Übergewicht gar nicht durchführbar sind. So müssen sie zuerst sehr viel abnehmen, um mit einer geeigneten Therapie beginnen zu können. Hier geht es dann darum, unter ärztlicher Aufsicht so schnell als möglich an Gewicht zu verlieren. Gleichzeitig sollte aber damit begonnen werden, ein gesundes und ausgewogenes Essverhalten zu erlernen, auf dessen Basis sich die Diät dann fortführen lässt. Wer dies erreicht, der kann sein Gewicht später durch entsprechende Ernährung und einen vernünftigen Umgang mit Kalorien und Mengen selbst sehr gut steuern. Idealerweise lässt man es jedoch gar nicht erst so weit kommen. Wenn Sie das Gefühl haben, zu dick zu sein, dann gewöhnen Sie sich doch entsprechend Ihrer Möglichkeiten ein regelmäßiges Sportprogramm an. Das unterstützt die Fettverbrennung und stärkt das Herz-Kreislauf-System.
